Das ändert sich in 2021

Das ändert sich in 2021

Neues Jahr, neues Glück. Wir hoffen alle, dass 2021 besser wird als das letzte Jahr und das die Corona-Krise bald nur noch eine Rolle in unserer jüngeren Geschichte spielt. Doch wir können die Home(office)-Zeit, die der Lockdown uns jetzt aufzwingt, auch für ein paar Dinge nutzen. Hierbei möchten wir euch mit dieser Liste unterstützen. Wie jedes Jahr stehen einige neue Regelungen an, die wir kennen sollten. Wie jedes Jahr natürlich positive und negative.

Ein Beispiel: Nach über 25 Jahren fällt für die meisten der sogenannte „Soli“ weg, und ehrlich gesagt finden wir das wird auch langsam Zeit. Was sich sonst noch ändert könnt ihr jetzt hier in der Zusammenfassung lesen.

Steuern und Abgaben im Allgemeinen

Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag, für den du keine Steuern zahlen musst, steigt 2021. Nun beträgt er 9744 Euro, 2020 waren es noch 9408 Euro.

Altersvorsorge
Deine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einer Zusatzversorgungskasse der Berufsverbände kannst du in der Steuererklärung geltend machen. Die Bemessungsgrenze steigt auf 25.787 Euro für 2021. Maximal kannst du 92 Prozent davon absetzen.
Singles: bis zu 23.724 Euro
Ehepaare: 47.448 Euro (Singles x 2)

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Ziehst du allein ein Kind groß, erhöht sich in diesem und im nächsten Jahr der Steuerfreibetrag deutlich. Statt wie bisher 1908 Euro beträgt er nun 4008 Euro (jeweils für die Steuererklärungen 2020 und 2021). Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro.

Kindergeld
Das Kindergeld steigt ab Januar 2021 für jedes Kind um 15 Euro. Insgesamt erhältst du:
Für das erste und zweite Kind jeweils 219 Euro.
Für das dritte Kind 225 Euro
Ab dem vierten Kind 250 Euro.

Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer beträgt seit 1. Januar wie vor der Absenkung 2020 19 Prozent, der ermäßigte Satz liegt wieder bei 7 Prozent.

Pflegepauschbeträge
Wenn du einen hilfebedürftigen Angehörigen zuhause pflegst und dafür keine Bezahlung erhältst, kannst du einen Pauschbetrag geltend machen. In diesem Jahr gibt es deutlich mehr Geld als bisher, der Pauschbetrag wurde auf 1800 Euro angehoben – fast das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr (924 Euro). Übrigens: Ein reduzierter Pauschbetrag kann schon bei Pflegestufe 2 (600 Euro) und Pflegestufe 3 (1100 Euro) angesetzt werden. Den Höchstsatz gibt es aber erst bei Stufe 4 und 5.

Werbungskosten
Aufgrund der Corona-Krise hat der Bundestag beschlossen, Beschäftigen, die 2020 im Home-Office gearbeitet haben, bei der Steuer entgegenzukommen. 5 Euro pro Home-Office-Tag kannst du bei den Werbungskosten absetzen. Der Betrag ist aber gedeckelt. Du kannst nur maximal 120 Tage im Home-Office absetzen, also insgesamt 600 Euro.

Unterhaltskosten
Kosten für Unterhaltsberechtigte kannst du in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung angeben. In diesem Jahr sind es 9744 Euro zuzüglich den Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung.

Rund ums Bike & den PKW

Kfz-Steuer
Für PKW mit höherem Spritverbrauch wird ab 2021 eine höhere Kfz-Steuer fällig. Je nach Kohlendioxid-Ausstoß steigt die Steuerlast um zusätzlich zwei bis vier Euro an. Vor allem SUVs und Sportwagen werden künftig höher besteuert. ABER: Bereits zugelassene Fahrzeuge sind nicht betroffen. Die Regelung gilt nur für Neuwagen, die nach dem 1. Januar 2021 erstmalig zugelassen werden.

Mobilitätsprämie
Geringverdiener können unter Umständen von der Mobilitätsprämie profitieren. Die Prämie erhalten aber nur Arbeitnehmer, die einen Fahrtweg von über 20 Kilometern nachweisen können und deren Einkommen unterhalb des Grundfreibetrages liegt.

Pendlerpauschale
Wer trotz Corona längere Wege zur Arbeit hat, bekommt künftig eine höhere Unterstützung: Die Pendlerpauschale steigt ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent pro Entfernungskilometer. Für die ersten 20 Kilometer bleibt es jedoch bei den bisherigen 30 Cent pro Kilometer.
Gut zu wissen: Die Pendlerpauschale gilt nicht nur für Auto- und Motorradfahrer. Auch Arbeitnehmer und Selbstständige, die zu Fuß, mit dem Fahrrad öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit pendeln, können sie beanspruchen.

Spritpreise
Die Preise für Benzin und Diesel erhöhen sich ordentlich. Auf Benzin wird eine zusätzliche Abgabe von 7 Cent pro Liter fällig, die Kosten für einen Liter Diesel erhöhen sich um 8 Cent. Der Grund ist einfach erklärt: Wer Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel in den Markt bringt, zahlt ab 2021 einen CO2-Preis. Der wird auf die Kunden umgelegt. Der CO2-Preis ist ab Januar auf zunächst 25 Euro pro Tonne festgelegt. Aber dabei bleibt es nicht. Bis zum Jahr 2025 steigt der Preis schrittweise auf bis zu 55 Euro im Jahr an. Ein Preiserhöhungs-Automat für die nächsten Jahre!

Rente und Gehalt

Grundrente
Seit dem 1. Januar ist sie da: die Grundrente. Sie wird an Senioren gezahlt, die nur eine geringe Rente bekommen, weil sie im Laufe ihres Lebens nur ein geringes Einkommen hatten. Voraussetzung für die Aufstockung ist, dass man mindestens 33 und höchstens 35 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Die Grundrente verdoppelt die Rentenansprüche, maximal werden 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes berücksichtigt.

Mindestlohn
Der Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 9,50, ab 1. Juli steigt er um weitere 10 Cent auf 9,60 Euro.

Zusatzbeitrag
Der Zusatzbeitrag, den die gesetzlichen Krankenkassen erheben dürfen, wurde in diesem Jahr um 0,2 auf 1,3 Prozent erhöht. Jede Krankenkasse legt aber selbstständig fest, ob sie den Zusatzbeitrag erhebt und wenn ja, in welcher Höhe. Wenn dir deine Krankenkasse zu teuer wird, kannst du nun die Kasse schneller wechseln. Der allgemeine Beitragssatz bleibt konstant bei 14,6 Prozent des Einkommens.

…und sonst noch wissenswert

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU)
Die Krankschreibung vom Arzt soll es bald nur noch in digitaler Form geben. Seit dem 1. Januar läuft die Testphase für die digitale AU. Die Ausfertigung an die Krankenkasse wird jetzt also schon elektronisch übermittelt. Als Versicherter musst du den „gelben Schein“ aber immer noch an deinen Arbeitgeber schicken, auch die gesetzlichen Regelungen für die eigentliche Krankmeldung gelten unverändert weiter.

Elektronische Patientenakte
Seit dem 1. Januar können alle gesetzlichen Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) erhalten. In dieser sind wichtige Informationen enthalten, zum Beispiel zu Medikamenten, Vorerkrankungen, Laborwerten, Befunden oder dem Ablauf früherer Behandlungen. Dein Arzt hat so schnell alle wichtigen Infos beisammen. Die Daten kannst du per Smartphone für Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheken freigeben. Ab 1. Juli 2021 müssen alle Arzt- und Zahnarztpraxen die ePA unterstützen. Die Teilnahme für Patienten ist aber freiwillig.

Kreditkartentransaktionen
Wenn du online mit einer Kreditkarte bezahlen willst, sind nun zusätzliche Sicherheitsverfahren zwingend vorgeschrieben – zum Beispiel wird dir auf dein Handy eine Transaktionsnummer (TAN) zur Bestätigung des Kaufs geschickt.

Maklerkosten
Bereits seit 23. Dezember 2020 ist das neue Gesetz zur Maklerprovision in Kraft. Dies bedeutet, dass ein Verkäufer, der einen Makler mit der Vermittlung der Immobilie beauftragt hat, die Kosten nicht mehr vollständig dem Käufer aufbürden darf. Stattdessen müssen sich Verkäufer und Käufer einer Immobilie die Maklerkosten nun teilen. Soweit die Theorie, wir sind gespannt auf die Praxis.

OK, das wars fürs Erste von uns. Wir wissen nicht sicher, ob das wirklich alles war, daher können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit übernehmen. Aber evtl. hilft euch ja der eine oder andere Tipp die Bike & Tourenkasse etwas aufzubessern, sofern wir uns zu Saisonbeginn wieder über etwas mehr Bewegungsfreiheit und weniger Einschränkungen freuen dürfen wäre das ja auch nicht schlecht.

Drücken wir die Daumen…

Das ändert sich in 2021

von | 2021-01-06 | Politik & Gesellschaft

Bildquellen

  • Geldscheine: © eyetronic – stock.adobe.com

Über den Autor

Glori

Torsten Glorius (aka Glori) ist seit über 40 Jahren Motorradfahrer und bezeichnet sich selbst als Oldschool Biker. Er ist in den 70/80ern in Hannover aufgewachsen und fühlt sich in der Biker-Szene zuhause. Glori steht auf Scrambler und Reiseenduros ohne viele digitales Gedöns und ausgedehnte Solo-Touren. Seit seiner Jugend träumte er von einem eigenen Motorradmagazin und seit Mai 2020 ist er Herausgeber von OUT 4 A RIDE. Er schreibt vorwiegend für das Ressort Szene, als gelernter KfZ-Techniker aber gelegentlich auch für Technik & Touren. Noch Fragen? Dann schreib eine Email an glori@out4ari.de.